Grüne und schwarze Beläge auf Fassaden sind ein biologisches System, kein reines Oberflächenproblem. So gehen wir bei der Algenentfernung ohne zusätzliche Reinigungschemie vor.
Was Sie zur Algenentfernung wissen sollten
Grünbelag an der Fassade ist ein biologisches System. Es bildet sich bei Feuchtigkeit und Schatten immer wieder neu. Wir reinigen solche Fassaden mit einem drohnengestützten Niederdruckverfahren und reinem demineralisiertem Wasser, ganz ohne zusätzliche Reinigungschemie. Diese Methode passt für viele Fassadentypen, auch für schwer erreichbare oder denkmalgeschützte Objekte, wobei wir je nach Untergrund anders vorgehen. Der Vorteil ist, dass keine Biozidrückstände anfallen und kein Gerüst nötig ist. Das Ablaufwasser betrachten wir aber trotzdem für jedes Objekt einzeln.
Der schwarz grüne Schleier auf der Nordfassade ist meist kein rein optisches Problem. Es ist ein biologisches System, das sich unter den richtigen Bedingungen immer wieder neu bildet. Wer nur oberflächlich reinigt, wird den Belag oft nach einiger Zeit wiedersehen. Wir erklären Ihnen hier, warum Algen wachsen, was gegen den unüberlegten Einsatz von Chemie spricht und wie unsere drohnengestützte Nassreinigung mit demineralisiertem Wasser funktioniert.
Was da eigentlich wächst
Der grüne Belag ist meist keine einzelne Art, sondern eine Lebensgemeinschaft aus Algen, Cyanobakterien und teils Pilzen. Sie brauchen keine Erde, sie leben von Feuchtigkeit, CO₂ und mineralischen Bestandteilen des Putzes. Für den Befall ist deshalb vor allem der Standort und die Bauphysik verantwortlich, nicht die Fassadenoberfläche selbst.
An der Ausrichtung eines Gebäudes lässt sich nichts ändern. Der Belag lässt sich aber entfernen. Mit angepassten Rahmenbedingungen kann man einen erneuten Befall oft verlangsamen.
Warum unüberlegter Chemieeinsatz problematisch sein kann
Der Handel bietet zahlreiche "Fassadenreiniger" mit fungiziden oder bioziden Wirkstoffen an, etwa auf Basis von Chlorverbindungen, quartären Ammoniumverbindungen oder Isothiazolinonen. Bei falscher Anwendung können diese Mittel Anstriche angreifen oder ausbleichen. Sie hinterlassen teils Rückstände und unterliegen dem Biozidproduktegesetz. Das bringt Auflagen zu Zulassung, Dosierung und Anwendung mit sich.
Ein grundsätzliches Problem bei Bioziden ist, dass sie zwar die aktuelle Algengeneration abtöten. Die abgestorbenen Zellreste können jedoch als Nährstoffquelle für den nächsten Bewuchs dienen. In der Praxis beobachten wir deshalb häufig, dass rein chemisch behandelte Flächen nach einiger Zeit wieder befallen sind. Eine allgemeingültige, belegte Zeitangabe dafür gibt es aber nicht.
Unser mechanisches Reinigungsverfahren
Wir arbeiten bei Algen und Grünbelag mit einer Kombination aus demineralisiertem Wasser und mechanischer Reinigung.
- Demineralisiertes Wasser kommt bei uns aus einer mobilen Osmoseanlage. Mineralfreies Wasser trocknet rückstandsfrei ab und vermeidet Kalkflecken.
- Mechanisches Lösen des Belags erreichen wir über die Drohnen-Lanze mit einem objektabhängig niedrig eingestellten Druck. Bei stärkerem, hartnäckigem Grünbelag setzen wir ergänzend eine rotierende Sanftbürste ein. Bei empfindlichen Untergründen wie WDVS verzichten wir bewusst auf die Bürste und arbeiten ausschließlich mit einem dosierten Flachstrahl, um die Putzoberfläche nicht mechanisch zu belasten.
Diese Unterscheidung ist wichtig. Reine Bürstentechnik ohne kontrollierten Wasserdruck kann bei empfindlichen Putzen Kratzspuren hinterlassen. Unser Verfahren kombiniert deshalb Druck, Wassermenge und Bürsteneinsatz je nach Material. Ob und in welchem Umfang die osmotische Eigenschaft des mineralfreien Wassers zusätzlich zur mechanischen Wirkung beiträgt, ist ein in der Praxis beobachteter Effekt. Wir stellen ihn hier als Erklärungsansatz aus unserer Erfahrung dar, nicht als belegte wissenschaftliche Wirksamkeit.
Ablauf einer Algenreinigung mit der Drohne
Begehung Wir prüfen Ausrichtung, Verschattungsquellen, Fassadenmaterial, Wasseranschluss und Aufstellplatz vor Ort.
Vorwässern Die gesamte Fassade wird mit demineralisiertem Wasser vorgewässert, damit sich der Belag lösen lässt.
Reinigungspass Zweite Passage mit niedrig eingestelltem, objektabhängigem Druck. Je nach Untergrund mit oder ohne rotierende Sanftbürste. Die abgelösten Bestandteile fließen mit dem Wasser ab.
Nachspülung Abschließende Passage mit klarem, demineralisiertem Wasser und sanftem Sprühstrahl.
Dokumentation Fotodokumentation der behandelten Flächen und Übergabe an den Auftraggeber.
Wann eine zweite Behandlung sinnvoll sein kann
Bei starkem, flächigem Befall kann eine Zweitbehandlung nach einigen Wochen sinnvoll sein, da in Poren sitzende Reste nach der ersten Reinigung mitunter noch nachdunkeln oder sichtbar werden. Ob das nötig ist, hängt vom Einzelfall ab und wird bei der Begehung besprochen.
Kann man Algenwachstum verringern?
Vollständig verhindern lässt sich biologischer Bewuchs an Fassaden in der Regel nicht. Aber man kann ihn verlangsamen, zum Beispiel durch:
- Baumschnitt an verschattenden Ästen für mehr Sonneneinstrahlung
- Kontrolle der Regenabflüsse gegen dauerhafte Wasserflecken
- Materialwahl beim Anstrich in Abstimmung mit einem Fachbetrieb
- Regelmäßige Sichtkontrollen, um bei Neubewuchs rasch zu handeln
Kostenrahmen
Die Kosten einer Algenreinigung hängen von Fläche, Zugänglichkeit und Verschmutzungsgrad ab. Eine grobe Einordnung sowie die Kalkulationslogik finden Sie in Ehrliche Preise 2026.
Grün- und Schwarzbeläge auf Fassaden sind ein biologisches und kein rein optisches Problem. Ein unüberlegter Chemieeinsatz kann Anstriche schädigen und ist keine nachhaltige Lösung. Unsere Kombination aus demineralisiertem Wasser und, wo sinnvoll, der drohnengeführten Sanftbürste entfernt den sichtbaren Belag rein mechanisch. Das geht ohne zusätzliche Reinigungschemie und ohne Gerüst. Wie lange die Fassade danach sauber bleibt, hängt aber immer vom Standort und der Bauphysik ab. Das lässt sich nicht pauschal versprechen.
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Häufige Fragen
Kann man Algen mit Hochdruckreiniger entfernen?
Kurzfristig lässt sich der Belag optisch entfernen, doch hoher Druck presst Sporen und Zellreste tiefer in die Poren und kann Silikat- oder Silikonanstriche beschädigen. In der Praxis zeigt sich danach häufig ein rascher erneuter Bewuchs.
Wie lange bleibt die Fassade nach der Reinigung sauber?
Das hängt stark von Ausrichtung, Verschattung und Bauweise ab. Nordfassaden mit dauerhafter Feuchtigkeit werden in der Regel schneller wieder befallen als besonnte Süd- und Ostseiten. Eine pauschale Zeitangabe lässt sich seriös nicht nennen. Regelmäßige Kontrollen helfen, Neubewuchs früh zu erkennen.
Ist die Reinigung ohne Chemie wirklich gründlich?
Die mechanische Reinigung mit demineralisiertem Wasser entfernt sichtbaren Bewuchs zuverlässig von der Oberfläche. Einen unabhängig geprüften wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis für den vermuteten osmotischen Effekt auf Zellebene gibt es nicht. Wir kommunizieren das bewusst als Erfahrungswert aus der Praxis und nicht als belegte Studienlage.
Was passiert mit dem abfließenden Wasser?
Chemiefrei bedeutet nicht automatisch unbedenklich. Im Ablaufwasser befinden sich abgelöste Algen-, Pilz- und Zellbestandteile sowie ggf. Fassadenpartikel. Ob und wie das Wasser aufgefangen, gefiltert oder abgeleitet werden muss, richtet sich nach der Fläche (versiegelt/unversiegelt), dem Untergrund und den örtlichen wasser- und abfallrechtlichen Vorgaben. Das prüfen wir objektbezogen vor Ort.
Muss ich die Fassade nach der Reinigung streichen?
Nicht zwingend. Ist der bestehende Anstrich intakt, kommt die ursprüngliche Farbe meist wieder zum Vorschein. Ein Neuanstrich wird erst nötig, wenn schon vor der Reinigung Pigmentabrieb oder Schäden am Putz sichtbar waren.
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