Beton, Aluminium, Structural Glazing und WDVS reagieren völlig unterschiedlich auf Druck und Wasserqualität. Der Materialvergleich zeigt, worauf es bei der objektgerechten Drohnenreinigung ankommt.
Das Wichtigste im Überblick
- Beton, Aluminium, Glas und WDVS verlangen jeweils eine eigene Herangehensweise – ein pauschales Verfahren gibt es nicht.
- Reinigungsdrohnen sind für viele Fassaden eine geeignete Ergänzung zu klassischen Verfahren, ersetzen diese aber nicht in jedem Fall.
- Der Arbeitsdruck wird immer objekt-, material- und verschmutzungsabhängig eingestellt.
- Vor dem Einsatz werden Oberfläche und Verschmutzung beurteilt und bei Bedarf eine Testfläche angelegt.
Fassaden sind die Visitenkarte eines Gebäudes – und gleichzeitig die am stärksten belastete Oberfläche. UV-Strahlung, Regen, Feinstaub, Pollen und Algen greifen jede Materialart auf ihre eigene Art an. Neben klassischen Verfahren mit Gerüst und Hubsteiger kommt für viele Objekte inzwischen die Reinigungsdrohne als zusätzliche Methode zum Einsatz. Welches Verfahren geeignet ist, hängt von Fassadenmaterial, Zustand, Verschmutzung, Gebäudegeometrie und örtlichen Bedingungen ab.
Warum Fassaden verschmutzen
Fassaden fangen ab, was in der Luft schwebt: Ruß, Bremsabrieb, Bioaerosole, Pilzsporen. Regen wäscht die groben Partikel weg, die feinen Rückstände bleiben und bilden mit der Zeit einen typischen grauen Schleier. In Kombination mit Nordseiten, wenig Sonne und feuchter Luft entstehen Grünbeläge aus Algen und Cyanobakterien. Diese Beläge können Feuchtigkeit an der Fassade zurückhalten und begünstigen die Alterung der Oberfläche.
Beton- und Sichtbetonfassaden
Sichtbeton ist offenporig und muss materialgerecht gereinigt werden. Ein ungeeigneter oder zu hoher Druck kann Schmutz tiefer in die Poren drücken und die Oberfläche beschädigen. Deshalb wird der tatsächlich eingesetzte Wasserdruck nach Material, Verschmutzung, Düsenabstand und Testfläche eingestellt.
Das Reinigungssystem von Glanzdrohne kann je nach Konfiguration eine technische Maximalleistung von bis zu 150–200 bar bereitstellen. Bei Fassaden, Glas, PV-Modulen, WDVS und Dächern wird der tatsächliche Arbeitsdruck objektbezogen und deutlich niedriger gewählt.
Verwendet wird demineralisiertes Wasser (Osmose- und Ionentauscheranlage). Es enthält nur sehr geringe Mengen gelöster Mineralien und kann auf geeigneten Oberflächen rückstandsarm trocknen. Die Reinigungswirkung hängt zusätzlich von Wassermenge, Temperatur, Einwirkzeit, Druck, Düsenbild und ggf. einem abgestimmten Verfahren ab.
Aluminium und pulverbeschichtete Metallfassaden
Alu-Kassetten und Trapezbleche sind empfindlich gegen alkalische Reiniger; diese können die Pulverbeschichtung matt werden lassen. Bei einer Drohnenreinigung mit reinem Wasser entfällt der Reinigungsmitteleintrag. Der Anstellwinkel der Lanze wird so gewählt, dass ein Wassereintritt in die hinterlüftete Konstruktion vermieden wird.
Bei stark verwitterten Oberflächen (etwa kreidende Beschichtung) empfehlen wir vorher eine kleine Testfläche. Löst sich Farbpigment im Ablaufwasser, ist die Beschichtung ohnehin am Ende – dann ist eine Neubeschichtung die geeignetere Maßnahme.
Glasfassaden und Structural Glazing
Ganzglasfassaden sind besonders anspruchsvoll, weil jedes Mineral im Wasser beim Trocknen einen sichtbaren Punkt hinterlassen kann. Deshalb wird bei Glasreinigung mit demineralisiertem Osmosewasser gearbeitet. Ob eine reine Wasserreinigung ausreicht oder eine sanfte Bürstenpassage sinnvoll ist, wird je nach Glasart, Beschichtung, Rahmen, Dichtungen, Verschmutzung, Wasserqualität, Witterung und Wasserablauf entschieden. Ein völlig streifenfreies Ergebnis unter allen Bedingungen kann kein Verfahren garantieren.
WDVS und Putzfassaden
Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) sind der schwierigste Fall. Die Putzschicht ist dünn, darunter liegt weiches Dämmmaterial. Bei falschem Druck kann das Wasser den Putz beschädigen.
Vorgehen: Arbeitsdruck deutlich reduzieren und nach Testfläche einstellen, Bürste in der Regel weglassen, mit Flachstrahldüse und ausreichend Abstand arbeiten. Grünbeläge lösen sich in mehreren materialschonenden Passagen. Bei starkem Befall wird eine objektgerechte Vorbehandlung oder ein zweiter Reinigungstermin geplant.
Kostenrahmen im Vergleich
Ob die Drohne im konkreten Fall günstiger ist als ein klassisches Verfahren, hängt stark von Zugänglichkeit, Fassadenhöhe, Sicherheitszone, Verschmutzungsgrad und Genehmigungsaufwand ab. Deshalb arbeiten wir nicht mit pauschalen Ersparnissen, sondern mit einer objektbezogenen Kalkulation.
| Objektart | Typischer Kostentreiber bei klassischen Verfahren | Mögliche Vorteile der Drohne |
|---|---|---|
| Einfamilienhaus | Rüstzeit, schwer erreichbare Dach- und Giebelflächen | kurze Vorbereitung, gezielte Reinigung |
| Bürogebäude | Hubsteiger, Verkehrsflächen, Terminfenster | weniger Zugangstechnik, planbarer Ablauf |
| Hohe Fassaden | Gerüstbau, Sicherung, längere Standzeiten | schnelle Flächenbearbeitung ohne Fassadengerüst |
| Denkmalgeschützte Objekte | sensible Oberflächen, Dokumentationspflicht | Foto-Dokumentation und schonende Ausführung |
Detaillierte Preisrahmen finden Sie im Artikel Was kostet Drohnenreinigung?.
Wann ein kombiniertes Verfahren sinnvoll ist
Stark verkrustete Detailstellen, beschädigte Fassadenbereiche, offene Fugen, sehr tiefe Nischen oder mechanisch zu entfernende Rückstände werden bereits bei der Objektprüfung erkannt. Für diese Bereiche wird eine gezielte Vorbehandlung oder ergänzende Detailbearbeitung geplant. Die großen und schwer zugänglichen Flächen können weiterhin effizient per Drohne bearbeitet werden.
Grenzen des Verfahrens
- sehr empfindliche oder beschädigte Oberflächen ohne vorherige Zustandsprüfung
- Fassaden mit offenen Fugen oder losen Bauteilen
- Objekte in Flugverbotszonen ohne Freigabe
- ungünstige Wetterbedingungen (Starkwind, geschlossener Regen, Frost)
Ablauf einer Fassadenreinigung mit der Drohne
- Objektbegehung: Materialcheck, Verschmutzungsgrad, Aufstellplatz, Wasseranschluss.
- Angebot mit m²-Preis oder Fixpreis-Alternative.
- Genehmigungscheck: erforderliche Flugfreigaben werden vor dem Einsatz eingeholt.
- Einsatztag: Ablauf, Absperrungen und Terminfenster werden mit dem Betreiber abgestimmt.
- Übergabe: Foto-Protokoll, Rechnung mit ausgewiesener MwSt.
Fazit
Fassadenreinigung mit der Drohne ist eine etablierte Methode für viele Objekte, aber kein pauschaler Ersatz für klassische Verfahren. Entscheidend ist nicht die Drohne selbst, sondern das Wissen um das Material darunter. Wer Beton, Alu, Glas und WDVS gleich behandelt, riskiert Schaden statt Werterhalt. Über 40 Jahre professionelle Reinigungserfahrung im Umfeld der Schneeconcorde GmbH fließen in jede Einsatzplanung ein.
Für ein konkretes Angebot genügen Fassadenfotos an unsere Kontaktadresse.
Häufige Fragen
Wie oft sollte eine Fassade gereinigt werden?
Je nach Ausrichtung alle 3 bis 6 Jahre. Nordseiten mit Grünbelag früher (2–3 Jahre), Südseiten mit UV-Belastung später (5–6 Jahre). Sichtbeton in Städten alle 4 Jahre.
Bleibt die Fassade nach der Drohnenreinigung länger sauber?
Ja, deutlich. Da wir ohne Tenside arbeiten, bleiben keine Rückstände als Nährboden zurück. In der Praxis sehen wir 20–30 % längere Reinigungsintervalle gegenüber chemisch behandelten Fassaden.
Wird das Nachbargebäude nass?
Nein. Der Wasserfilm wird durch Windrichtung und Sprühwinkel exakt gesteuert. Zusätzlich hängen wir bei sensiblen Situationen (Autoabstellplätze, Schaufenster) Schutzfolien auf – das ist Teil der Vorbereitung.
Was passiert bei Regen am Einsatztag?
Wir fliegen bis 8 mm Niederschlag pro Stunde. Bei Starkregen verschieben wir den Termin um 24–48 h – kostenfrei. Wind ist der wichtigere Faktor: über 10 m/s Böen wird nicht geflogen.
Ist die Reinigung für WDVS und Vollwärmeschutz sicher?
Ja, mit reduziertem Druck (4–5 bar) und ohne Bürste. Wir haben in den letzten 3 Jahren über 40 WDVS-Fassaden gereinigt – ohne einen einzigen Schadensfall.
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