Schnee auf PV-Modulen taut meist von selbst. Hartnäckiger sind Eiskrusten und Streusalz, die sich in manchen Lagen festsetzen. Hier erfahren Sie, wann eine Winterreinigung überhaupt infrage kommt.
Viele Betreiber von Photovoltaik-Anlagen schenken der Reinigung im Winter wenig Beachtung. Die Annahme ist oft, dass sich der Aufwand bei wenig Sonne kaum lohnt. Das stimmt aber nur, solange keine hartnäckigen Rückstände auf den Modulen bleiben. Schnee rutscht bei genügend Neigung meist von selbst ab. Anders sieht es bei Vereisungen, Streusalz oder winterlichem Feinstaub aus. Diese können sich festsetzen und erfordern eine genaue Betrachtung. Ob und wann eine Winterreinigung wirklich sinnvoll ist, hängt immer vom Standort und der Situation ab. Eine pauschale Empfehlung gibt es aus unserer Erfahrung nicht.
Schnee ist selten das eigentliche Problem
Trockener Pulverschnee ist meist unproblematisch. Bei einer Modulneigung ab etwa 20 Grad rutscht er oft von selbst ab, sobald die Sonne die Fläche etwas erwärmt. Dabei bildet sich ein dünner Wasserfilm unter der Schneedecke, die dann als Ganzes abgleitet. Kritisch wird es aus unserer Erfahrung erst, wenn sich am unteren Modulrand ein Eiswall bildet, der das Abrutschen blockiert. Auch eine dichte Kruste aus Schnee, Regen und Frost oder eine sehr flache Montage bei Ost-West-Systemen kann den Schnee festhalten.
In solchen Fällen empfehlen wir, die Anlage zuerst mit einer PV-Kontrolle per Drohne zu inspizieren, bevor man über eine Reinigung nachdenkt.
Was PV-Modulen im Winter sonst noch zusetzt
Neben Schnee und Eis beobachten wir im Winter noch andere Verschmutzungen. Entlang von Autobahnen, Bundesstraßen und in Alpentälern kann der Wind salzhaltigen Sprühnebel verteilen. Dieses Salz bildet zusammen mit Ruß eine milchige Schicht auf dem Glas. Gleichzeitig läuft in Wohngebieten die Heizung auf Hochtouren. Feiner Ruß aus Öl- und Holzheizungen setzt sich besonders auf kalten, feuchten Modulen ab.
Bei Inversionswetterlagen, wie sie im Alpenvorland vorkommen, kann auch Feinstaub länger in Bodennähe bleiben und die Module belegen. Wie stark sich das auf den Ertrag Ihrer Anlage auswirkt, lässt sich nicht pauschal beziffern. Dafür spielen zu viele Faktoren wie Standort, Neigung und Wetter eine Rolle. Seriöse, allgemeingültige Ertragszahlen dazu gibt es nicht.
Wann eine Winterreinigung infrage kommt
Eine pauschale Empfehlung für eine Winterreinigung geben wir nicht. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt von der Nähe zu stark befahrenen Straßen, der Höhenlage, der Neigung der Module und dem bisherigen Verschmutzungsgrad ab. Meist ist es praktischer, die Reinigung im späten Winter oder im zeitigen Frühjahr durchzuführen, sobald die Frostgefahr vorbei ist. Dann ist der Nutzen für die ertragsstarke Saison am größten. Mehr zur Kalkulation finden Sie in unserem Ratgeber über die Kosten der PV-Reinigung.
Warum Drohne statt Bodenlanze, wenn im Winter gereinigt wird
Gerade im Winter ist der Einsatz von klassischen Reinigungslanzen vom Boden oder Dach aus heikel. Die Rutschgefahr bei Eis und Schnee ist hoch und kaltes Leitungswasser kann auf den Modulen schnell wieder anfrieren. Bleibt Wasser stehen, hinterlässt es oft Kalkspuren. Wenn wir bei frostfreien Bedingungen reinigen, arbeiten unsere Drohnen daher mit demineralisiertem Wasser und niedrigem Druck. So lösen wir Salz- und Rußablagerungen schonend, ohne die Beschichtung zu belasten und ohne dass jemand auf das Dach steigen muss.
Was Sie als Betreiber tun können
Behalten Sie Ihre Anlage nach Schneefall im Auge. Bleiben Reste am unteren Rand liegen oder bildet sich dort ein Eiswall, lohnt es sich, einen Fachbetrieb zu kontaktieren. Versuchen Sie bitte nicht, die Module selbst zu reinigen. Weder das Betreten des Daches noch der Einsatz eines Hochdruckreinigers sind ratsam, beides kann mehr schaden als nutzen. Wenn eine Reinigung sinnvoll erscheint, ist der beste Zeitpunkt meist kurz vor der ertragsstarken Jahreszeit im Frühling.
Der Winter ist also kein Grund für pauschale Reinigungsaktionen, aber auch keiner, die Anlage komplett zu ignorieren. Salz, Ruß und Feinstaub können sich in manchen Lagen hartnäckiger festsetzen als Sommerstaub. Ob und wann eine Reinigung für Ihre Anlage wirklich etwas bringt, prüfen wir am besten gemeinsam mit Ihnen vor Ort. Eine pauschale Empfehlung aus der Ferne wäre unseriös.
Weiterführend: Lesen Sie dazu auch die Frage, wann sich eine PV-Reinigung lohnt.
Häufige Fragen
Muss ich Schnee von meiner PV-Anlage entfernen?
In den meisten Fällen nicht. Trockener Pulverschnee rutscht bei üblicher Modulneigung (über etwa 20 Grad) meist von selbst ab, sobald die Sonne scheint. Kritisch wird es vor allem bei tagelanger dichter Schneedecke oder wenn sich am unteren Rand ein Eiswall bildet.
Darf man PV-Module bei Frost reinigen?
Eine Nassreinigung bei Frost ist grundsätzlich problematisch: Wasser kann auf der Glasoberfläche gefrieren, Mikrorisse begünstigen und stellt für Personen am Dach eine Rutschgefahr dar. Reinigungen sollten daher nur bei frostfreien Bedingungen durch einen Fachbetrieb erfolgen; bei Grenzfällen entscheidet der Betrieb objektbezogen, ob ein Einsatz vertretbar ist.
Wie problematisch ist Streusalz für Solaranlagen?
Salzhaltige Aerosole, zum Beispiel an Autobahnen und in Alpennähe, können sich zusammen mit Ruß und Feinstaub am Modulrand ablagern. Diese Ablagerungen haften oft hartnäckig und lösen sich mit Regen allein kaum.
Wann ist ein guter Zeitpunkt für die erste Reinigung nach dem Winter?
In der Regel im späten Winter oder frühen Frühjahr, sobald keine Frostperioden mehr zu erwarten sind. Der genaue Zeitpunkt hängt von Witterung und Standort ab und lässt sich nicht pauschal auf ein bestimmtes Kalenderdatum festlegen.
Kann eine Drohne im Winter überhaupt reinigen?
Eine Reinigung ist nur bei frostfreien Temperaturen und ohne Niederschlag sinnvoll und technisch vertretbar. Bei Minusgraden, starkem Wind oder Glätte am Objekt verschieben wir den Einsatz, um Schäden am Modul und Risiken für die Umgebung zu vermeiden.
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