Thermografie

Thermografie per Drohne: Auffälligkeiten an PV-Modulen frühzeitig dokumentieren

Wie die Wärmebild-Analyse aus der Luft als hilfreiches Werkzeug zur Prüfung und Dokumentation für PV-Betreiber dient.

Günther Dobetsberger
Günther Dobetsberger
Geschäftsführer Schneeconcorde · Gebäudeservice & Einsatztechnik
01. Juli 20264 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert am 05. Oktober 2026
Wie die Wärmebild-Analyse aus der Luft als hilfreiches Werkzeug zur Prüfung und Dokumentation für PV-Betreiber dient.

Eine defekte Bypass-Diode kann sich als thermische Auffälligkeit zeigen und Teile eines Strings betreffen. Die Drohnen-Thermografie dokumentiert solche Stellen zerstörungsfrei. Sie liefert eine strukturierte Grundlage für die weitere fachliche Prüfung durch einen Installateur oder Sachverständigen, ersetzt aber nicht die elektrotechnische Diagnose.

Photovoltaik-Anlagen können an Leistung verlieren, ohne dass man die Ursache sofort sieht. Mit einer Drohnen-Thermografie lassen sich thermische Auffälligkeiten aus der Luft effizient dokumentieren, um sie gezielt nachprüfen zu lassen. Die Wärmebilder liefern dabei wichtige Hinweise, ersetzen aber keine abschließende Diagnose durch den PV-Fachbetrieb. Die Aussagekraft der Bilder hängt stark von den Bedingungen ab, etwa von der Einstrahlung, der Anlagenlast und dem Wetter. Wir sehen die Thermografie deshalb als reines Prüf- und Dokumentationswerkzeug. Aus einem Wärmebild allein lässt sich weder ein Zellbruch noch ein Diodenfehler sicher diagnostizieren. Der fertige Report dient als strukturierte Grundlage für die Wartung oder weitere Prüfungen.

Wie funktioniert die Thermografie bei PV-Anlagen?

Bei der Thermografie machen wir mit Infrarotkameras Temperaturunterschiede auf den Modulen sichtbar. Wenn die Bedingungen stimmen, können sich dadurch Probleme wie auffällige Zellbereiche, Kontaktfehler, Verschattung, Verschmutzung oder Diodenfehler als Wärmemuster zeigen.

Ein Wärmebild muss aber immer im Kontext bewertet werden. Das Ergebnis wird von Faktoren wie Einstrahlung, Wind, Modultechnik, Anlagenlast und dem Aufnahmewinkel beeinflusst.

Welche Auffälligkeiten kann eine Thermografie zeigen?

Typische Muster, die wir in den Wärmebildern sehen, sind:

  • Hotspots und thermisch auffällige Zellbereiche.
  • Muster, die auf Probleme mit Bypass-Dioden oder Modulteilen hindeuten. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ein ganzer String ausgefallen ist.
  • Auffälligkeiten, die ganze Strings oder Reihen betreffen.
  • Anzeichen für potenzialinduzierte Degradation (PID) oder Alterung.
  • Hinweise auf Probleme mit Kontakten oder Steckverbindungen.
  • Klare Muster von Verschmutzung und Verschattung.

Die abschließende technische Diagnose, was genau die Ursache ist, stellt aber immer ein Installateur, Sachverständiger oder eine andere Fachstelle.

Warum eine Drohne für die Thermografie?

Mit der Drohne erfassen wir auch große Anlagen schnell und sicher aus der Luft. So müssen wir nicht jedes Modul einzeln vom Dach aus prüfen. Das spart bei passenden Anlagenlayouts Zeit und liefert eine sehr gute Übersicht. Ob eine Auswertung für jedes einzelne Modul möglich und sinnvoll ist, hängt von der Anlage, der Flughöhe, unserer Kamera, dem Wetter und den Anforderungen an den Bericht ab.

Wann ist eine Thermografie sinnvoll?

Kunden beauftragen uns meist aus konkreten Anlässen:

  • Die Monitoringdaten der Anlage sind auffällig.
  • Es gab einen Hagel, Sturm oder ein Blitzereignis in der Nähe.
  • Eine Bestandsanlage wird übernommen oder gekauft.
  • Die Wartung einer größeren Anlage soll geplant werden.
  • Es besteht der Verdacht auf Verschattung, Verschmutzung oder Kontaktprobleme.
  • Eine fachliche Prüfung durch Installateur oder Sachverständige wird vorbereitet.

Einen fixen Prüfintervall empfehlen wir nicht pauschal. Er sollte sich immer an der Anlagengröße, dem Risiko und dem allgemeinen Wartungskonzept orientieren.

Was steht im Bericht?

Unser Bericht enthält je nach Auftragsumfang:

  • Einen Übersichtsplan zur genauen Ortung der Module.
  • Wärmebild- und Sichtbildaufnahmen der relevanten Bereiche.
  • Eine Liste aller dokumentierten Auffälligkeiten.
  • Eine Priorisierung für die weitere technische Prüfung.
  • Konkrete Empfehlungen für den Installateur oder Sachverständigen.

Ob ein solcher Bericht für Garantieansprüche, Versicherungen oder Behörden ausreicht, entscheidet immer die zuständige Stelle. Formale Begriffe, die sich auf Normen beziehen, verwenden wir nur dann, wenn der gesamte Ablauf, die Kamera, die Auswertung und unsere Qualifikation für den Auftrag exakt darauf ausgelegt und nachweisbar sind.

Kosten und Ablauf

Die Kosten für eine Thermografie hängen von vielen Faktoren ab. Dazu zählen die Anlagengröße, das Layout, der Standort, die Anfahrt, eventuell nötige Flugfreigaben, das Wetter und die gewünschte Tiefe der Auswertung. Sobald wir diese Eckdaten von Ihnen haben, erstellen wir ein unverbindliches Festpreisangebot.

Kombination mit der PV-Reinigung

Oft ist es sinnvoll, die Thermografie mit einer PV-Reinigung zu kombinieren. Wir achten dabei darauf, den reinen Reinigungseffekt und technische Auffälligkeiten getrennt zu bewerten. So stellen wir sicher, dass eine Verschmutzung nicht fälschlicherweise als technischer Defekt interpretiert wird.

Die Drohnen-Thermografie ist also ein sehr nützliches Werkzeug, um PV-Anlagen aus der Luft zu inspizieren und Auffälligkeiten strukturiert festzuhalten. Belastbare Aussagen lassen sich aber nur treffen, wenn die Aufnahmebedingungen stimmen und die Auswertung fachlich fundiert für das jeweilige Projekt erfolgt.

Weiterführend: Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag über die Erkennung von Hotspots.

Häufige Fragen

Wie oft sollte eine PV-Thermografie durchgeführt werden?

Das hängt von der Anlagengröße, den Monitoringdaten, eventuellen Vorschäden, Versicherungsanforderungen und dem Wartungskonzept ab. Einen fixen Rhythmus sollten Sie am besten mit Ihrem Installateur oder einem Sachverständigen abstimmen.

Kann Thermografie Mikrorisse erkennen?

Die Thermografie zeigt thermische Auffälligkeiten, die auf Zell- oder Modulprobleme hindeuten können. Sehr feine Risse erfordern unter Umständen spezielle Prüfverfahren, wenn sie keine deutliche Wärme entwickeln.

Was enthält der Prüfbericht?

Sie erhalten von uns einen Bericht mit Wärmebild- und Sichtbildaufnahmen, einem Lageplan zur genauen Ortung, einer Liste der dokumentierten Auffälligkeiten und konkreten Empfehlungen für die weitere Prüfung durch einen Fachexperten.

Wie lange dauert die Prüfung?

Die Dauer vor Ort und für die Auswertung hängt stark von der Größe und Beschaffenheit der Anlage, vom Wetter und von eventuell nötigen Flugfreigaben ab. Einen genauen Zeitplan können wir Ihnen nach Sichtung Ihrer Anlagendaten nennen.

Kann die Anlage während der Thermografie in Betrieb bleiben?

Ja, die Prüfung findet sogar idealerweise unter normalen Betriebsbedingungen bei ausreichender Sonneneinstrahlung statt. Die genaue Vorgehensweise stimmen wir natürlich immer mit Ihnen als Betreiber und gegebenenfalls mit Ihrem Fachbetrieb ab.

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